ZimBu on Tour – Gesamtbilanz einer Radtour durch Deutschland

GEPLANTE TOUR

Die Karte zeigt noch einmal den geplanten Verlauf meiner Radtour.

Im Wesentlichen habe ich mich an diese Planung gehalten. Änderungen ergaben sich während der Tour, vor allem im zweiten Teil entlang des Werra-Radweges. Hier habe ich auf einen Abstecher nach Eisenach verzichtet – gerne wäre ich statt dessen nach Erfurt gefahren, lag aber zu weit ab von meiner Route. Weiterhin bin ich nicht bis Hof gefahren wie beabsichtigt, sondern zunächst bis Hildburghausen und von dort dann den Werra-Obermain-Radweg bis an den Main und über Kulmbach nach Bayreuth.

Liste ich die Daten der gesamten Tour auf, ergibt sich folgendes Bild:

  • 26.05.14:                 Mit der Bahn nach Lübeck gefahren
  • 27.05.14:                 Start der Tour mit der ersten Etappe bis Ratzeburg

PICT6242PICT6260 PICT6581

  • 18.06. – 22.06.14:  Unterbrechung der Tour; mit dem Auto (geliehen von meinem                                            Bruder) nach Hause gefahren: private Feier
  • 24.06.14:                 Fortsetzung der Tour
  • 06.07.14:                 Ende der Tour, die ich alleine gefahren bin
  • 07.07.14:                 „Prolog“ durch den Steigerwald  für die gemeinsame Tour mit                                               meiner Frau
  • 18.07.14:                 Ende der gesamten Radtour und Rückkehr nach Würselen

PICT6388 PICT6425 PICT6664

  • Gefahrene Kilometer:
  • 1. Teil der Tour (27.05. – 06.07.14):         1228 km
  • 2. Teil der Tour (07.07. – 18.07.14):           539 km
  •                                                 Summe:          1767 km

PICT6462 PICT6632 Mainradweg-Karte

  • Fernradwege:

„Alte Salzstraße“, „Weser-Harz-Heide-Radweg“, „Werra-Radweg“, „Werra-Obermain-Radweg“, „Main-Radweg“, „Rhein-Radweg“.

Zu diesen Radwegen gibt es vorzügliches Kartenmaterial. Als sehr gut und sehr empfehlenswert haben sich die „bikeline-Karten“ aus dem Esterbauer-Verlag erwiesen (http://www.esterbauer.com).

Die Beschilderung der Radwege war insgesamt gesehen sehr gut. Nur an wenigen Stellen lief ich Gefahr, mich zu verfahren, was vor allem in Städten während der Route von Lüneburg bis Hann.Münden öfters der Fall war. Im Gegensatz zum Mainradweg, wo wir überhaupt keine Probleme mit der Beschilderung und den Hinweisschildern gehabt haben, musste ich mich oft (neu) orientieren. Die Beschilderung entlang des Mainradweges kann als sehr vorbildlich und empfehlenswert bezeichnet werden. An Kreuzungen und Abzweigungen wird immer eindeutig die jeweilige Route mit dem nächsten Ziel ausgewiesen. Es ist schwer, sich hier zu verfahren.

Wie schon mehrmals erwähnt sind die Radwege entlang von Flüssen und die, die über ehemalige Bahntrassen führen, diejenigen, die sich am besten und sicher fahren lassen. Zum größten Teil hat man nur dann mit stärkerem Autoverkehr zu rechnen, wenn der Radweg über innerstädtische Straßen führt bzw. an Engstellen oder aus sonstigen Gründen über Straßen geführt werden muss. Wenn der Radweg die Bahntrasse oder den Weg unmittelbar am Fluss verlässt, muss zudem mit größeren Steigungen gerechnet werden; nach meiner / unserer Erfahrung hält sich dies aber insgesamt  in Grenzen.

Miltenberg In Frankfurt Bad Breisig

  •  Wichtige Erfahrungen:

Außer  den rein sachlichen Daten ist mir wichtig, die Erfahrungen, die ich während der gesamten Zeit gemacht habe, kurz zu beschreiben. Einige von diesen Erfahrungen habe ich in den vorherigen Beiträgen bereits ausführlich dargelegt. Hier nun beschränke ich mich auf die wichtigsten.

An erster Stelle sei die Erfahrung genannt, dass es sich lohnt, sich auf eine Idee einzulassen, sie in eine konkrete Planung und durchdachte Vorbereitung münden zu lassen und sie dann auch zu verwirklichen. Trotz mancher Bedenken vorab: Es ist gut und richtig gewesen, diese Tour durchzuführen. Die Durchführung der Radtour ist eine Form der „Selbst-Verwirklichung„, des „Bei-Sich-Seins„, der „Selbst-Erfahrung“ oder auch des „Zur-Mitte-Kommens“ gewesen.

Diese Formen der „Erfahrung des eigenen Ichs“ verstehe ich ohne jeglichen ideologischen Hintergrund als die Aufgabe: „Sich seinen Weg suchen„.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie wichtig es für einen Menschen ist, die Zeit, die einem zur Verfügung steht, aktiv und produktiv zu nutzen, und sich nicht im oberflächlichen Aktionismus zu ergehen, wie es leider allzu oft im Alltag der Fall ist.

Über einen längeren Zeitraum (s.o.) 5 bis 8 Stunden am Tag „unterwegs“ zu sein, fremde Gebiete, Orte „kennen zu lernen“, sie sich also im positiven Sinne „zu eigen zu machen“ und nicht nur möglichst schnell zu durchqueren, sowie mit Menschen, die einem auf dem Weg begegnen, in Kontakt und ins Gespräch zu kommen – sich darauf also „einzulassen“ – gelingt nur, wenn man sich nicht ständig von Anderen oder von der Uhr treiben lässt. Erstaunlich, wie viel Zeit man hat, wenn man diese für sich produktiv nutzt.: Spätnachmittags und Abends habe ich nicht nur viel gelesen, sondern auch noch Tagebuch geschrieben (neben diesem Blog).

Bewusst beziehe ich mich hier auf den Teil der gesamten Tour, den ich alleine gefahren bin. Der zweite Teil, wo ich mit meiner Frau, mit Hille, unterwegs gewesen bin, hat naturgemäß einen anderen Charakter. Hier galt es, sich abzustimmen, „gemeinsam unterwegs“ zu sein. Sehr wichtig ist hierbei erneut die Erkenntnis gewesen, dass das „gemeinsame Erleben“ und das „Miteinander“ die gleichen Erfahrungen bewirken, wie ich sie oben beschrieben habe: Die gemeinsam zur Verfügung stehende Zeit lässt sich auch gemeinsam und für jeden einzeln produktiv nutzen.

Zum Schluss: Eine Radtour, wie ich sie in diesem Blog vom Anfang bis zum Ende zu beschreiben versucht habe, werde ich sicherlich wieder unternehmen – wenngleich nicht in einem so langem Zeitraum. Und sicher ist: Auch gemeinsam werden wir weiterhin Radtouren unternehmen, da wir beide sehr gerne unterwegs sind und „Land und Leute“ kennen lernen möchten.

Braunschweig 01.06.14 01

Über Bernd

Historiker und Theologe; ich befinde mich in der Altersteilzeit und liebe Bücher, besonders historische Romane und gute Krimis, aber auch Romane und Erzählungen von Autoren wie Robert Seethaler oder Maarten t'Hardt; bin begeisterter Fahrradfahrer (Tourenbike); reise gerne; Fan von gut geführten Buchhandlungen s. Links)
Dieser Beitrag wurde unter 2014 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu ZimBu on Tour – Gesamtbilanz einer Radtour durch Deutschland

  1. Pingback: Via Claudia Augusta – Bericht III: Zusammenfassung und abschließende Beurteilung | ZimBu on Tour

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s